XXXLutz: Die Zahl des Tages - 650.000.000 Euro
01.11.2013: Am gestrigen Donnerstag protestierten Besch
äftigte des Münchner XXXLutz Möbelhauses vor dem XXXL Möbelhaus in Aschheim, einem Vorort von München. "Die Gewerkschaft ver.di wünscht Ihnen einen nachdenkenswerten Einkauf bei XXXLutz", heißt es auf dem Flugblatt, das an die KundInnen verteilt wurde. Denn: "Die vermeintlichen Schrumpfangebote von XXXLutz werden seit Jahren von den Beschäftigten durch Tarifverzicht finanziert." Anlass für die Aktion war die Schließung der Münchner Filiale, die ohne Beteiligung des Betriebsrates und ohne Sozialplan erfolgen soll. Nachdem die erste Verhandlung über einen Sozialplan für die 160 von der Schließung betroffenen MitarbeiterInnen ohne Ergebnis endete, protestierten die MitarbeiterInnen des Möbelriesen nun erneut.
31.10.2013: Die Beschäftigten der Firma Norgren in Großbettlingen, einem kleinen Dorf am Rande der schwäbischen Alb, schreiben Geschichte. Am 5. Oktober traten sie rund um die Uhr in einen Warnstreik – ohne Streikgeld. Nach einer erfolgreichen Urabstimmung, 97 Prozent der Metaller_innen haben sich dafür ausgesprochen, traten sie am 14. Oktober in einen unbefristeten Streik. „Die komplette Belegschaft steht rund um die Uhr vor dem Tor“, so Jürgen Groß Zweiter Bevollmächtigter der IG Metall Esslingen. Norgren, früher Herion, gehört zum britischen IMI Konzern und ist führender Hersteller von Pneumatik und Hydraulikprodukten vorrangig für Nutzfahrzeuge.
28.10.2013: Im Rahmen des bundesweiten Arbeitskampfes der Karstadt-Mitarbeiter_innen beteiligten sich am Freitag und Samstag auch zahlreicher Karstadt-Beschäftigte in Schleswig-Holstein an den bundesweiten Streikaktionen, um vor der nächsten Verhandlungsrunde mit der Karstadt-Geschäftsführung Mitte November ihren Forderungen nach dem Abschluss eines Tarifvertrags über Standort- und Beschäftigungssicherung und die Rückkehr in die Tarifbindung Nachdruck zu verleihen.
22.10.2013: Der Europäische Gerichtshof hat heute die Klage der EU-Kommission gegen das VW-Gesetz zurückgewiesen. Uwe Fritsch, Mitglied des Weltbetriebsrates und des Aufsichtsrates bei VW, erklärte gegenüber kommunisten.de, dass diese Gerichtsentscheidung auch auf den 11 Jahre langen Kampf der Belegschaft und der IG Metall für die Verteidigung des VW-Gesetzes zurückzuführen sei. Fritsch: „Jahrelang haben wir für den Fortbestand des VW-Gesetzes gestritten, demonstriert, Unterschriften gesammelt und breite Bündnisse bis hinein in konservative Kreise geschaffen. Mit dem Urteil haben Belegschaft und Demokratie gegen die Finanzinvestoren und ihrem Anspruch auf Maximalprofit gewonnen. Jetzt muss der Kampf aufgenommen werden, um das VW-Gesetz auf alle Großunternehmen auszudehnen.“
Betriebsrat XXXLutz darf Möbelhaus nicht für Betriebsratsarbeit betreten. Auch der Versuch des Betriebsrates, mit Hilfe der Polizei Zugang zum Betriebsratsbüro zu erhalten, scheitert.
09.10.2013: 3 Millionen Beschäftigte im Einzelhandel sagen "Hände weg von unserem Mantel" und fordern mehr Geld und mehr Respekt. Seit vielen Wochen wird mit vielfältigen, phantasievollen Aktionen gestreikt, doch bislang ohne Annäherung. Heute wird wieder in vielen Bundesländern gestreikt, denn noch immer rücken die Arbeitgeber nicht von ihrer starren Haltung ab. Die Beschäftigten wehren sich, sie wollen mehr Lohn und ihren Manteltarifvertrag zurück. Auch im Groß- und Außenhandel haben 1,2 Millionen Beschäftigte für höhere Löhne und mehr Anerkennung gestritten. Dort sind inzwischen alle Tarifverträge verhandelt mit Ausnahme des Saarlands.
04.10.2013: Im laufenden Tarifstreit für die rund 90.000 Beschäftigten im schleswig-holsteinischen Einzelhandel hatte die Gewerkschaft ver.di am 2.10. Beschäftigte der Kieler Betriebe der Unternehmen Coop / Sky, H&M und Ikea zum Streik aufgerufen. Beschäftigte legten in den bestreikten Betrieben ganztägig die Arbeit nieder und zogen in einem Demonstrationszug durch die Kieler Innenstadt. "Arm trotz Milliarden Gewinne" und "Wohnst du noch oder bettelst du schon. Ikea" konnte man dort auf Protestplakaten lesen.
09.09.2013: Die für heute geplanten Streiks am Nord-Ostsee-Kanal (NOK) sind vorerst abgesagt worden. Sie könnten aber nach dem 15. September "jederzeit wiederbelebt werden", sagte der zuständige ver.di-Fachbereichsleiter, Jochen Penke, am Samstag auf einer Pressekonferenz in Kiel. Er teilte mit, dass die bundesweiten Streiks an den Schleusen von Kanälen und Flüssen in der kommenden Woche vertagt werden, da sich ver.di und die beteiligten Bundesministerien auf neue Gespräche in dem Tarifstreit geeinigt hätten.



