Wirtschaft

04.05.2011: Angeblich ist es der stärkste Aufschwung seit der Wiedervereinigung: „XXL“ (Minister Brüderle). Das Problem ist nur: er geht an gut vier Fünftel der Bundesbürger vorbei. Selbst diejenigen, die (noch) in Lohn und Brot stehen, gehören größtenteils zu den Verlierern. Von den Rentnern, Arbeitslosen und Hartz-IV-Empfängern, denen die Inflation immer mehr an die Substanz geht, gar nicht zu reden. Wie das Statistische Bundesamt zum „Tag der Arbeit“ meldete, sind im Konjunkturaufschwung die Tarifverdienste von Januar 2010 bis Januar 2011 um ganze 0,9 % gestiegen. Unter dem Strich bedeutet das Reallohnverlust, denn die Lebenshaltungskosten waren im Januar um zwei Prozent höher als im entsprechenden Vorjahresmonat (im Jahresdurchschnitt 2010: + 1,1%).

01.05.2011: Für Millionen Jugendliche in Europa ist dieser 1. Mai kein Grund zum Feiern. Sie sind arbeitslos, aus dem Erwerbsleben ausgeschlossen. Sie haben keine Möglichkeit, durch ihrer Hände Arbeit ihren Lebensunterhalt zu verdienen – sind auf entwürdigende Fürsorgeleistungen und Almosen angewiesen. Sie können sich nicht in einem Beruf  selbst verwirklichen, kein Lebensziel  oder gar  eine Lebensplanung ins Auge fassen.

Insgesamt sind es EU-weit 5,2 Millionen junge Leute (Euro-Raum 3,1 Millionen) zwischen 15 und 24 Jahren, die keine Arbeit haben - mehr als jeder fünfte Jugendliche. Sie sind die Hauptverlierer der Weltwirtschaftskrise. Die Zahl ist während der Finanz- und Wirtschaftskrise um 42 Prozent nach oben geschnellt: von 14,8 % im November 2007 auf 21,0 % im November 2010 und lag damit mehr als doppelt so hoch wie die Gesamtarbeitslosenquote mit 9,6 %. Bis Februar 2011 war lediglich ein Rückgang um 0,6 Prozentpunkte auf 20,4 % zu verzeichnen. Eine so hohe Jugendarbeitslosenquote gab es im Nachkriegs-Europa noch nie.

23.04.2011: Krise!? Was für eine Krise? Konzerne und ihre Aktionäre haben sie längst weggesteckt. Sie melden für 2010 bereits wieder Rekorprofite und Super-Dividenden, die an das Boom-Jahr 2007 vor dem Finanz-Crash und Wirtschaftsdesaster anknüpfen. Die „Kapitalgesellschaften“ nach Definition des Statistischen Bundesamtes – AG, GmbH, OHG und KG - haben im vergangenen Jahr bei den Gewinnen um 22 % zugelegt (destatis). Die „blue chips“ der deutschen Wirtschaft, die Dax-30-Konzerne aber haben im gleichen Jahr wahre Profitraketen abgeschossen. Das ergibt sich aus einer Analyse der Geschäftsberichte durch die Beratungsgesellschaft Ernst & Young. Danach stiegen die operativen Ergebnisse vor Zinsen und Steuern (Ebit) im Jahr 2010 um satte 66 Prozent. In absoluten Zahlen erzielten die 30 Dax-Konzerne fast hundert Milliarden Euro (96,6 Milliarden Euro) Vorsteuergewinn, 38 Milliarden Euro mehr als im Jahr davor.

02.04.2011: Kein Zweifel, der Arbeitsmarkt entwickelte sich positiver als noch vor einem Jahr befürchtet. Lediglich in zwei Wintermonaten gingen die Arbeitslosenzahlen nach oben: Im Dezember um 85.000 auf 3,016 Millionen, im Januar um 331.000 auf 3,347 Millionen. Aber bereits im Februar ging die Zahl registrierter Stellensuchender wieder zurück, was für diesen Monat unüblich ist: um 33.000 auf 3,317 Millionen. Es ist zu erwarten, dass im Frühjahr die 3-Millionen-Schwelle unterschritten wird. Umgekehrt ist die Zahl der Erwerbstätigen auf den höchsten Stand seit der "Wiedervereinigung" geklettert: 40,37 Millionen im Jahresdurchschnitt 2010, davon 35,95 Arbeitnehmer und 4,42 Millionen Selbständige.

23.03.2011: Deutschlands Top-Manager haben die Krise längst hinter sich gelassen. Sie schieben heute Bezüge ein, die größtenteils über dem Vorkrisenniveau liegen. Nach einem kurzen Einbruch 2008, hatten sie im Krisenjahr 2009 bereits wieder um 7 Prozent zugelegt. Jetzt im Boomjahr 2010 schossen nicht nur die Profite der Dax-30-Konzerne in die Höhe, sondern es regnete auch wieder heftig millionenschwere Jahresboni vom Himmel. Nach den 20 Geschäftsberichten die bislang vorliegen, betrugen die durchschnittlichen Zuwachsraten der Verdienste der Vorstandschefs 33,6 % - keine schlechte Vorgabe für die anstehenden Tarifrunden.

21.03.2011: 2000 Frauen und Männer haben sich in München an der größten Veranstaltung in Bayern zum Jubiläum 100 Jahre Internationaler Frauentag am Samstag, 19. März 2011, beteiligt. Nach einer Kundgebung auf dem Karlsplatz führte ein Demonstrationszug mit 1500 TeilnehmerInnen zur Bavaria-Statue an der Theresienwiese. Ein politisches und kulturelles Programm in der Kongresshalle auf dem Alten Messegelände bildete den Schlusspunkt.

16.03.2011: Ab 1. Juli können es die Senioren krachen lassen. Denn nach der der Nullrunde im Vorjahr, werden Mitte dieses Jahres ihre Altersbezüge erhöht -  um ein ganzes Prozent.  Nach der Rentenformel, die sich nach der Erhöhung der Bruttolöhne im Vorjahr richtet, müsste der Anstieg mehr als doppelt so hoch sein, wären da nicht die diversen Kürzungsfaktoren. So dürfen nach der gesetzlich festgelegten Rentengarantie, die Renten auch bei negativer Lohnentwicklung nicht gesenkt werden; u.a. wäre das im Vorjahr der Fall gewesen. Doch aufgeschoben ist nicht aufgehoben. Die Kürzungen werden bei folgenden Erhöhungen angerechnet und schrittweise nachgeholt = Nachholfaktor. Hinzu kommt, dass vor der Bundestagswahl die Große Koalition ein paar Promille bei der Rentenerhöhung zusätzlich draufgelegt hat. Auch diesen Wahlspeck müssen die Rentner nun zurückzahlen. Dazu kommt der Riesterfaktor (2003 von Rot-Grün festgelegt) und der Nachhaltigkeitsfaktor (2004 ebenfalls Rot-Grün) (siehe dazu isw-wirtschaftsinfo 43). Daraus resultiert die jetzige Mini-Erhöhung. Es wird auch in den nächsten Jahren nicht mehr werden.

09.03.2011: Wer arm ist, braucht für  Hohn nicht zu sorgen. Gleich zweimal mussten sich die sieben Millionen Hartz-IV-Empfänger im vergangenen Jahr verarschen lassen. Zunächst hatten sie de facto für die Milliarde Euro aufzukommen, die Schwarz-Geld den Hoteliers als Morgengabe in Form einer Senkung der Mehrwertsteuer zusteckte. Denn ebenfalls auf knapp eine Milliarde jährlich summieren sich die Leistungen, die im Rahmen des Sparpakets bei den Armen gestrichen wurden: Abschaffung des Übergangsgeldes von Arbeitslosengeld zu Hartz IV: 200 Millionen Euro; Streichung des Elterngeldes für Hartz-IV-Empfänger: 450 Millionen Euro; Streichung des Beitrages zur Rente, Streichung der Wohnkostenzuschüsse und andere Restriktionen bei Hartz-IV-Empfängern, Beseitigung des Heizkostenzuschusses für Wohngeldempfänger - zusammen etwa 300 Millionen Euro.

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