Warnstreik bei Delphi in Langenlonsheim
10.01.2013: Alle Räder standen still, als die IG Metall am 9. Januar 2013 rund 300 Beschäftigte von Delphi Automotive Systems in Langenlonsheim bei Bad Kreuznach zum Warnstreik aufrief. Damit ging der Kampf um die Erhaltung von ca. 350 Arbeitsplätzen bei dem Automobilzulieferer in die nächste Runde. Anlass war, dass die Geschäftsführer montags zuvor bei den Tarifverhandlungen um einen Sozialtarifvertrag wohl auf Weisung der Konzernzentrale in den USA kein Angebot machten. "Don´t cross the picket line" stand auf einem Transparent, dessen Foto den Herrschaften gemailt wurde, damit sie auch ohne Dolmetscher verstünden, daß in Langenlonsheim gekämpft werde. Der Wille der Beschäftigten, ihre Arbeitsplätze zu verteidigen, zeigt sich auch im Organisationsgrad von jetzt 93%.

19.12.2012: Fast 1000 Menschen folgten am 13.12.2012 dem Aufruf der IG Metall und des Betriebsrates von Nokia Siemens Networks und protestierten gegen die Werksschließungen in Bruchsal und in den anderen Standorten in Deutschland. „Opel ist überall“ – so Ernst Färber, Betriebsratsvorsitzenden bei NSN. Und er erinnerte an die Werksschließung von Nokia in Bochum. „NOKIA hat damals in Bochum nicht gerade durch soziale Verantwortung geglänzt.“ In Bruchsal wirft NSN 700 Menschen auf die Straße, dabei sind auch 50 Jugendliche, die ebenfalls ihren Ausbildungsplatz verlieren sollen. Das alles trotz der vor zwei Jahren zugesicherten Arbeitsplatzgarantie bis Ende 2014. Und nicht nur in Bruchsal: Auch der Standort Berlin wird „zerfleddert“. Weitere 1000 Mitarbeiter von NSN sollen beim Service Mannheim ihre Arbeit verlieren, weil NSN und die Telekom keine Einigung erzielten. Die Service-Abteilung wurde vor drei Jahren von der Telekom an NSN verkauft.
19.12.2012: Weit über 200 Beschäftigte von “
16.12.2012: Nach beträchtlichen Protesten der Beschäftigten der PROVINZIAL und ihrer Gewerkschaft ver.di gegen einen möglichen Verkauf ihres Unternehmens an den Allianz-Konzern ist mit dem Veto des Sparkassen- und Giroverbandes Schleswig-Holstein diese Option offensichtlich vorerst vom Tisch. Begonnen hatte die Auseinandersetzung damit, dass am 4. Dezember auf einer Sitzung des Aufsichtsrats der PROVINZIAL in Münster angeblich ein konkretes Übernahmeangebot der Allianz an den 2005 aus der Fusion der Provinzial in Kiel und Münster hervorgegangenen Versicherer vorläge. Laut 'Financial Times Deutschland' wäre die Allianz bereit, 2,5 Milliarden Euro für die Provinzial hinzublättern. Daraufhin hatten am folgenden Tag 1.000 Mitarbeiter der PROVINZIAL in Kiel gegen den hinter den Kulissen verhandelten Verkauf mobil gemacht und waren im Anschluss an die Betriebsversammlung (auf der die Beschäftigten weiter im Unklaren belassen wurden) durch die Kieler Innenstadt demonstriert.
13.12.2012: Genossen der Partij van de Arbeid (PVDA) aus Genk, Arbeiter vom dortigen Fordwerk, waren am vergangenen Dienstag zu Gast bei der DKP Köln. Das hatten wir bei einem kürzlichen Besuch dort vereinbart. Turnusmäßig wäre unsere Kreisvorstandssitzung dran gewesen. Die wurde um eine Stunde vorverlegt und der Tagesordnungspunkt „Der Kampf der Fordwerker gegen die Schließung des Werkes in Genk, Forderungen und Perspektiven“ kurzerhand öffentlich gemacht. Einige hundert Einladungen waren dazu vor dem Ford-Werk in Köln-Niehl verteilt worden.
30.11.2012: Die Belegschaft wurde vor einem Jahr am 26.11.2011 an ihrem Arbeitsplatz überfallen. Nein, nicht in Mexiko, wo sich die Ärmsten der Armen in Bandenkriegen um Drogen gegenseitig umbringen, sondern in Frankfurts „bester“ Einkaufsgegend, der Freßgass´. Die Akteure des Überfalls waren ein Dutzend Personen aus der Maredo-Zentrale, Rechtsanwälte und „Sicherheitsbeamte.“ Die Kollegen und Kolleginnen wurden angeherrscht, im Raum zu bleiben, durften weder auf die Toilette noch nach draußen gehen, mussten ihre Handys abgeben. Der Strom fiel aus, Dunkelheit - ein weiteres Mittel der Einschüchterung. Auf die Frage, was denn los sei, kam erstmal nichts, bald wurde aber klar, worum es vorgeblich ging: Die KollegInnen hätten das Unternehmen bestohlen, nicht bezahltes Essen zu sich genommen.



