Wirtschaft

neupack 240213 mami 217105.09.2013: In einem Metallkäfig liegen Kohlen, die keine Wärme mehr geben. Vor dem Werksgelände hängt ein Transparent, dessen Aufschrift immer noch gültig ist: „50 Jahre Neupack. Noch immer kein Tarifvertrag.“ Acht Monate lang haben die Kollegen beim Verpackungshersteller Neupack in Hamburg-Stellingen gestreikt. „Das war auch für mich der längste, mir bekannte Arbeitskampf“, sagt Gewerkschaftssekretär Rajko Pientka von der IG Bergbau, Chemie, Energie (IG BCE). Bundesweit galt der Streik als Symbol für den Willen einer Belegschaft, für gerechte Löhne und faire Behandlung der Beschäftigten zu kämpfen. Freitag, den 9.August, wurde der Konflikt beigelegt. Betriebsrat und IG BCE stimmten einer Betriebsvereinbarung zu. In einer „Regelungsabrede“ sind die Lohngruppen festgeschrieben. Nasenprämien soll es nicht mehr geben. Die Wochenarbeitszeit wird von 40 auf 38 Stunden reduziert bei vollem Lohnausgleich. Der untere-Stundenlohn steigt von 7,80 Euro auf 9 Euro, der höchste soll künftig mehr als 18 Euro betragen. Das vereinbarte Paket ist laut IGBCE nach Inhalt und Form dem angestrebten Tarifvertrag vergleichbar. Die Umstellung der Arbeitsverträge steht aber noch aus. Darum herrscht weiterhin Spannung im Betrieb, denn Neupack war mehrfach wortbrüchig geworden.

dgb 01092011 DKeller 30529.08.2013: Der Kampf um den Frieden hat im DGB Tradition. Gegen die Wiederbewaffnung und gegen den Atomtod waren die Losungen in den 50er Jahren, als Gewerkschafter begannen, den 1. September als Antikriegstag zu begehen. Und so ruft der DGB auch in diesen Tagen auf, seine friedenspolitischen Forderungen in die Betriebe und auf die Straßen zu tragen. Mit dem Rückgriff auf den Schwur von Buchenwald wird an die Verbindung zwischen Krieg und Faschismus erinnert. Die Gewerkschaften lehnen einen neuen Militarismus ab und setzen sich mit Auslandseinsätzen der Bundeswehr ebenso kritisch auseinander wie mit Einsätzen im Inneren. Wenn auch nicht ausdrücklich erwähnt, ist trotzdem vielen Gewerkschaftern unvergessen, dass Bundeswehreinheiten das Niederschlagen „innerer Unruhen“ übten.

mainz hbf IngolfBLN23.08.2013: Ist derzeit von Mainz die Rede, denkt kaum jemand an die singende und lachende Hochburg der Fassenacht oder den rheinhessischen Bundesligisten, sondern an Chaos bei der Bahn. Umgeleitete, ausgefallene und verspätete Züge im weiten Umkreis nerven Fernreisende und Pendler. Das Kultusministerium fordert Eltern auf, ihre Kinder nicht zur Schule zu schicken, wenn der sichere Schulweg nicht gewährleistet sei. Die Betroffenheit reicht weit über das Rhein-Main-Gebiet hinaus bis ins Saarland. Die aktuellen Ursachen sind scheinbar bekannt: von 15 Fahrdienstleitern waren zeitweilig fünf krank und drei in Urlaub. Da sich die Meldungen täglich überschlagen, soll hier nur auf ein paar grundsätzliche Aspekte und den Umgang mit den Kollegen bei der Bahn eingegangen werden.

ratgeber jobcenter pinneberg25.07.2013: Leben mit Hartz macht glücklich. Zu dieser Auffassung müssen die Leser des comicartig gestalteten Ratgebers des Jobcenters im südholsteinischen Pinneberg kommen. Das rund 100 Seiten starke Heft zeigt am Beispiel der fiktiven vierköpfigen Familie Fischer nicht nur, wie man die karge Stütze vom Amt erhält und wie man mit ihr über die Runden kommt -  nein, es zeigt auch, welche neuen Lebenerfahrungen man als Hartz IV-Bezieher sammeln kann.

Verdi Streik muenchen 120713 sosch 081 30013.07.2013: Tolle Stimmung am Stachus in München. Etwa 2.000 Streikende im Einzelhandel treffen sich bei der Verdi-Kundgebung. Eine aktive, eine laute, eine selbstbewusste Versammlung - obwohl die meisten von ihnen bereits seit 4:00 h morgens auf den Beinen waren. Sie hatten bei der Kundgebung am 7. Juni versprochen wieder zu kommen, wenn die Arbeitgeber-Seite ihre Forderungen nicht erfüllt. Und sie waren viel mehr, als Anfang Juni ...

Postbank nuernberg Metro Centric12.07.2013: In den Tarifverhandlungen für eine neue Entgeltstruktur und mehr Entgelt für die 5.500 Tarifbeschäftigten bei der Postbank Filialvertrieb AG konnte in der Verhandlungsrunde vom 9./10. Juli eine Einigung erzielt werden. Die Tarifkommission von ver.di hat dem Angebot am gestrigen Abend (11.7.) zugestimmt. In der Pressemitteilung von ver.di heisst es dazu:

"Die Tarifbeschäftigten bekommen ab dem 1. Februar 2014 drei Prozent mehr Geld. Zeitgleich mit der tabellenwirksamen Erhöhung tritt zum 1. Februar 2014 eine neue Entgeltstruktur in Kraft, die übergeleiteten Beschäftigten bis zu neun Prozent mehr Entgelt und deutlich bessere Perspektiven bietet.

igm 13 6 18 Ergebnis Befragung01.07.2013: Das Thema ist nicht neu, aber die Art und der Umfang der Anwendung von Werkverträgen lässt eine neue Qualität erahnen. Werkverträge sind nicht per se verwerflich: die Inspektion des Autos, die Reparatur der Waschmaschine, das Streichen des Wohnzimmers, alles Werkverträge im privaten Umfeld. Kritisch wird es in den Betrieben, wenn durch Werkverträge eine neue Art und Dimension prekärer Beschäftigung entsteht und die erkämpften Besitzstände bedroht. In die Schlagzeilen geriet das Thema Werkvertrag durch die Undercover-Reportage eines Fernsehjournalisten. Er hatte bei Daimler über eine externe Firma für 8,19 EUR gearbeitet, der festangestellte Kollege neben ihm erhält das Doppelte.

30 stunden woche21.06.2013: Auf dem letzten ver.di Bundeskongress 2011 wurden eine Reihe von Anträgen behandelt, die sich mit dem Thema Arbeitszeitverkürung befasst haben. In der auf dem Kongress angenommenen Arbeitszeitpolitischen Entschließung wurde formuliert: "Die Verkürzung der Arbeitszeit und deren humane Gestaltung sind zentrale tarif- und gesellschaftspolitische Handlungsfelder der ver.di. ver.di hält daran fest, Arbeitszeitverkürzungen mit vollem Lohnausgleich und Personalausgleich durchzusetzen. Sie sind ein wichtiger Beitrag, um Arbeit menschlicher zu machen und Arbeit gerecht zu verteilen, sie sind erforderlich, um Beschäftigung zu sichern und Arbeitslosigkeit abzubauen. ... ver.di lehnt die arbeitszeitpolitische Rollback-Strategie der Arbeitgeber, die auf eine Verlängerung der Arbeitszeit, angefangen bei der Wochenarbeitszeit bis hin zur Lebensarbeitszeit, abzielt, entschieden ab. ver.di wird sich diesen Angriffen der Arbeitgeberseite betriebs- und tarifpolitisch entschieden entgegenstellen."

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