Die Debatte um weitere Arbeitszeitverkürzung in den Betrieben organisieren
21.06.2013: Auf dem letzten ver.di Bundeskongress 2011 wurden eine Reihe von Anträgen behandelt, die sich mit dem Thema Arbeitszeitverkürung befasst haben. In der auf dem Kongress angenommenen Arbeitszeitpolitischen Entschließung wurde formuliert: "Die Verkürzung der Arbeitszeit und deren humane Gestaltung sind zentrale tarif- und gesellschaftspolitische Handlungsfelder der ver.di. ver.di hält daran fest, Arbeitszeitverkürzungen mit vollem Lohnausgleich und Personalausgleich durchzusetzen. Sie sind ein wichtiger Beitrag, um Arbeit menschlicher zu machen und Arbeit gerecht zu verteilen, sie sind erforderlich, um Beschäftigung zu sichern und Arbeitslosigkeit abzubauen. ... ver.di lehnt die arbeitszeitpolitische Rollback-Strategie der Arbeitgeber, die auf eine Verlängerung der Arbeitszeit, angefangen bei der Wochenarbeitszeit bis hin zur Lebensarbeitszeit, abzielt, entschieden ab. ver.di wird sich diesen Angriffen der Arbeitgeberseite betriebs- und tarifpolitisch entschieden entgegenstellen."
21.06.2013: In den Sozial- und Bildungseinrichtungen der Kirchen sind ca. 1,3 Millionen Menschen beschäftigt. Anders aber als in mittleren und großen Betrieben der Privatwirtschaft üblich, gelten bei ihnen eigene arbeitsrechtliche Regelungen, von der Bezahlung bis dahin, was der 'Arbeitgeber' seinen 'Arbeitnehmern' im privaten Bereich vorschreiben darf und was nicht. Ver.di ringt darum, Mitglieder zu werben und Strukturen aufzubauen, mit sehr unterschiedlichem Erfolg. Dabei trifft die Gewerkschaft auf teils hartnäckigen Widerstand der Kirchenoberen, wie ein aktuelles Beispiel aus Bad Kreuznach zeigt.
11.06.2013: Vor vier Jahren ließ er sich als „weisser Ritter“ feiern, als Karstadt-Retter, der den insolventen Warenhaus-Konzern in eine neue Zukunft führen wollte. Heute entpuppt sich der „Visionär“ Nicolas Berggruen, der sich bei der Belegschaft als „guter Hirte“ andienern wollte, als ganz ordinäre Finanz-Heuschrecke, als „Brutalo-Kapitalist“, wie es ein Eingeweihter gegenüber dem Handelsblatt ausdrückte. Das Traditions-Warenhaus mit 24.000 Beschäftigten und 107 Filialen bewegt sich erneut auf die Pleite zu, nicht zuletzt wegen Bergruen. 2009 ging der gesamte Handelskonzern in die Insolvenz. Mit Unterstützung von Politik und Medien stach Berggruen im Sommer 2010 im Bieterstreit zwei Mitbewerber – den italienischen Kaufhausbetreiber Borletti und den Finanzinvestor Triton – aus und erwarb den Konzern für einen einzigen Euro.
08.06.2013: Der Münchner Streik- und Aktionstag von verdi am 7. Juni 2013 begann mit einem kleinen Rekord: Über 500 Kolleginnen und Kollegen hatten sich am Vormittag in die Streiklisten im Gewerkschaftshaus eingetragen, so viele wie seit fast 25 Jahren nicht mehr. Bei der anschließenden Demonstration und Kundgebung auf dem Münchner Karlsplatz/Stachus waren es rund siebenhundert Kolleginnen und Kollegen. Viele hatten ihre Mittagpause genutzt, um die Streikaktion zu unterstützen.
03.06.2013: Die Tarifparteien der baden-württembergischen Metall- und Elektroindustrie, - IG Metall und der Arbeitgeberverband Südwestmetall -, haben sich auf die Übernahme des in Bayern erzielten Tarifabschlusses auf den Südwesten verständigt. Heute entscheidet die Große Tarifkommission der IG Metall Baden-Württemberg über die Annahme des Tarifergebnisses. Die Reaktionen der Kolleginnen und Kollegen auf den Tarifabschluss in Bayern sind sehr unterschiedlich. Während die Tarifkommissionen außerhalb Baden-Württembergs fast einstimmig die Einigung begrüßten, überwiegt in Baden-Württemberg die Kritik. Dies gilt insbesondere für die großen Verwaltungsstellen Esslingen, Mannheim und Stuttgart. Diese hatten bereits bei der Diskussion um die Forderungshöhe 6,5% gefordert.
24.05.2013: Die Mitarbeit von Kommunistinnen und Kommunisten in den Gewerkschaften war und ist ein zentrales Anliegen von KPD und DKP. "Der DGB und seine Einzelgewerkschaften sind die umfassendste Klassenorganisation der Arbeiter, Angestellten und Beamten, der organisierte Ausdruck ihrer gemeinsamen Klasseninteressen." An der Schaffung der Einheitsgewerkschaften waren unsere Vorgänger, die Genossinnen und Genossen der KPD, beteiligt. Sie hatten die Lehren aus den Fehlern von vor 1933 gezogen, zu denen u.a. die RGO-Politik gehörte. Das bewahrte sie nicht vor neuen sektiererischen Fehlern wie in den frühen 50er Jahren, rund um die These 37.
19.05.2013: Beim Internet-Versandhändler amazon wurde erstmals in Deutschland gestreikt. Am größten deutschen Standort im osthessischen Bad Hersfeld und in Leipzig traten große Teile der Belegschaft am 14. Mai in einen eintägigen Ausstand und machten mit Trillerpfeifen, Gewerkschaftsfahnen und Transparenten mit Aufschriften wie "Bekomme ich mehr Lohn, bestell' ich was bei Amazon" ihre Wut gegenüber der Konzernleitung deutlich. Die Dienstleistungsgewerkschaft ver.di spricht von 1700 Beschäftigten, die sich dem Streik angeschlossen hatten. 



