Der Kommentar

Bergkarabach bombardiertKommentar von Kerem Schamberger (marxistische linke) zum Waffenstillstandsabkommen in Bergkarabach  

11.11.2020: Nach mehreren gescheiterten Versuchen schweigen endlich die Waffen in Bergkarabach. Doch die bittere Wahrheit ist: das despotische Regime in Baku hat Öl und "Freunde", die Regierung in Jerewan weder Öl noch wahre Freunde. Waldimir Putin hat seinen Alliierten im Stich gelassen und einen Abschluss erzwungen, der einer Kapitulation sehr nahekommt. Für den Autokraten in Baku und den Diktator in Ankara hat sich der Überfall auf Armenien gelohnt. Und auch Russland geht nicht leer aus. Russland und die Türkei teilen die Region unter sich auf – wie zuvor schon in Syrien und Libyen. Armenien hat nach sechs Wochen alles verloren. Bergkarabach ist zerstört und zerstückelt, einige Tausend blutjunge Soldaten sind tot, Tausende Zivilist*innen tot oder verletzt, etwa 100.000 Menschen sind vor Beschuss durch aserbaidschanische Armee und Angst vor Massakern aus den Dörfern und Städten Stepanakert und Schuschi geflohen, die meisten nach Armenien.

Weiterlesen: Recep Erdoğan und Wladimir Putin sind die Sieger

USA Jarvis Tyner29.10.2020: Die Präsidentschaftswahl in den USA am 3. November ist "nicht nur ein Kampf der Demokraten gegen die Republikaner; dies ist ein Kampf des Volkes gegen die extreme Rechte, einen faschistisch gesinnten Präsidenten und seine Partei", meint Jarvis Tyner in seinem Kommentar.

Angela Davis ruft auf, " einen Teil der Leidenschaft, die diese Demonstrationen geprägt haben, in die Arbeit in der Wahlarena übersetzen", weil es darum gehe, wie wir "unsere eigene Fähigkeit unterstützen können, uns weiterhin zu organisieren und Druck auf die Machthaber auszuüben".

Weiterlesen: Die Rolle der Linken bei den US-Wahlen 2020

Kampf der Ideen08.10.2020: Wissen Sie, welches das mit großem Abstand am weitesten verbreitete Beteiligungsformat in Deutschland ist, fragt Jörg Sommer in einem Artikel über die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die demokratische Kultur. Es sind Betriebsversammlungen, die aber aktuell kaum noch stattfinden. Stephan Krull kritisiert, "dass die Regierungen und die Vollzugsorgane oft viel zu weit gegangen sind in den Einschränkungen", die mit der Corona-Pandemie begründet sind. "Wir müssen höllisch aufpassen, dass die 'neue Normalität' nicht ein autoritärer Staat ist, in dem die Grundrechte nach Belieben der Herrschenden zur Disposition stehen. Wir müssen unsere Grundrechte immer und jederzeit einfordern und verteidigen", schlussfolgert Krull.

Weiterlesen: Demokratie in Zeiten von Corona

USA Kyle Rittenhousevon Giorgio Cremaschi (*)

28.08.2020: Sein Name ist Kyle, er ist weiß, er ist siebzehn Jahre alt, und mit seinem Sturmgewehr tötete er zwei Demonstranten, die gegen den versuchten Mord an Jacob Blake durch die Polizei protestierten. Dieser Junge, mit einem Gesicht, das noch kindlicher ist als sein Alter, ist auch das Opfer eines gescheiterten Systems, der reichsten, ungerechtesten, gewalttätigsten, rassistischsten Marktwirtschaft der Welt: der Vereinigten Staaten von Amerika.

Weiterlesen: Ein gescheitertes System versinkt im Bürgerkrieg

Walter Baier iswforum2018Walter Baier zur "Farbenrevolution" in Belarus   

24.08.2020: Unfähigkeit, Widersprüche anzunehmen, ist verlässlichstes Zeichen der politischen Vergreisung. So der rechte Flügel der Sozialdemokratie, der am Ende des 19. Jahrhunderts an den automatischen Aufstieg zum Sozialismus glaubte und vom Ersten Weltkrieg überrascht wurde. So die kommunistische Weltbewegung, die sich in den 70er-Jahren auf der Siegerstraße wähnte und vom Fall der Berliner Mauer und dem Ende der Sowjetunion kalt erwischt wurde.

Weiterlesen: Belarus: Rot ist auch eine Farbe

Stephan Krull 2Vier-Tage-Woche: "ausgemachter Quatsch" oder "eine Idee, deren Zeit gekommen ist"   
29.07.2020: Die Ko-Vorsitzende der Linkspartei, Katja Kipping, fordert, die Corona-Pandemie zum Anlass für eine flächendeckende Einführung einer Vier-Tage-Arbeitswoche zu nehmen. Unternehmen, die die Arbeitszeit entsprechend verkürzten, sollten ein Jahr lang einen Lohnzuschuss bekommen. Danach müsse ein Tarifvertrag beziehungsweise eine Betriebsvereinbarung über ein Arbeitszeitmodell mit einer Vier-Tage-Woche oder einer Höchstarbeitszeit von 30 Stunden ohne weitere staatliche Finanzierung abgeschlossen werden.

Weiterlesen: Nichts kann eine Idee aufhalten, deren Zeit gekommen ist.

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